EXTRAWURSTKaffee, Kuchen & dies & dasFahlburg (Prissian), St. Hippolyt & zurückFrüher oder später wird wohl einmal ein gut durchtrainierter Mountainbiker diese Rubrik übernehmen und beispielsweise von seinem heroischen Aufstieg von Nals nach Prissian berichten: nie weiter herunter geschaltet als bis zum 3. Gang, Campagnolo-Feinmechanik, wunderbar. Auf dem Bichl oben angekommen, plötzlich Aug in Aug mit der Fahlburg und die letzten 400 Meter bis zur Burg zum Ausrollen, also zur Muskellockerung genutzt. Im kleinen Burg-Restaurant dann bei zwei Salaten mit Calcium, Eisen, Vitaminen vollgetankt (vielleicht sogar eine Scheibe Mozzarella versucht), dann wieder weiter geradelt. Die Fahlburg war einmal eine Wehrburg, aber das merkt man ihr kaum mehr an. Vor ungefähr 400 Jahren haben die Grafen Brandis die Burg als Sommerresidenz erworben. Gut, wenn man jetzt unbedingt das Wort >wehrhaft< immer noch mit der Fahlburg in Verbindung setzen will, dann kann gesagt werden, dass die Speisekarte so wehrhaft ist, dass sie den Ansturm eines radelnden Rohköstlers ebenso gut übersteht, wie jenen eines autofahrenden Vollschlanken, der – wie ich – gerne in Lammkoteletten beißt oder den ein richtiges Rindsschnitzel neben Zwiebelringen nicht zum Weinen bringt. Am vergangenen Sonntag stand auf der Fahlburg-Kreidetafel: „Wiener Backhendl“ – und ich schwöre, dreifingrafnherz, ich hätte an diesem Tage ein selbiges verschlungen, hätte ich nur ein paar Stunden früher von dieser kulinarischen Wien-Renaissance auf der Fahlburg Kenntnis gehabt.Aber mein Nachmittag war bereits etwas zu fortgeschritten, außerdem hatte ich diesen behäbigen Leitsatz meiner Kindheit im Kopf, dieses: >Nach dem Essen musst du ruhn oder tausend Schritte tun<. Also weiter. Mit dem Auto zunächst, dann tatsächlich zu Fuß bis zum Hippolyt-Weiher. Sehr ruhiges Wasser, winzge Fische drin. Als dicker Mensch ist man ja grundsätzlich ungeeignet für die freie Natur, also: man sieht diese Fischlein und erinnert sich an Mister Bean, der bei der Sandwichzubereitung auf der Parkbank ein lebendiges Fischlein brotgerecht erschlägt usw. usw. Also ein sehr schöner Spaziergang, anschließend wieder zurück zur Fahlburg. Kaffee- & Kuchenzeit: eine veritable Linzerschnitte, ein opulenter Mürbteig-Apfelstrudel ... „’s geht scho wieda!“ (Helmuth Qualtinger) *** |
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