EXTRAWURSTRussische TrinkerVerwandtschaftenEs gibt die Legende, welche der „Extrawurst“ noch zu Ostberliner Zeiten zugetragen wurde -, die Legende vom durstigen Moskauer, der im Kaufhaus „Gum“ langsam die linke Mantelhälfte öffnet, um einem vermuteten Gleichgesinnten drei Finger der rechten Hand zu zeigen. Nur Eingeweihte können die Zeichensprache verstehen: drei Finger bedeutet, dass drei Wodka-Liebhaber einen vierten suchen, um gemeinsam – jeder in einem einzigen Ruck – eine Flasche Wodka zu trinken. Anschließend zerfällt das zufällig für die Dauer eines langen Wodkaschluckes zusammengewürfelte Quartett wieder in seine Einzelteile. Das erinnert an (leider) längst versunkene Eine Traminer Legende besagt, dass einmal der Spengler mit dem neuen kupfernen „Gígger“ für die Friedhofskirche unter dem Arm, von einer frisch gebildeten Keller-Partie zum Durstlöschen eingeladen wurde. Die Zeit im tiefen Keller verging im Fluge, der süffige Vernatsch hatte die Männer bald soweit im Griff, dass sie so etwas wie russisches Roulette auf Traminerisch spielten: der Kupfer-Gígger wurde auf den Tisch gestellt, einer hielt den Sockel, ein anderer drehte den Gígger so schnell er konnte, um ihn dann los zu lassen. Und während der große Vogel tanzte, sagte der Spengler: „Der, bei dem der Gígger stehen bleibt, der ist der nächste im Dorf, der zum Gígger (=Friedhof) hinaus muss!“ Dreimal haben die Vernatschfreunde das Spiel wiederholt, dann erst ging der Spengler mit seinem kupfernen Gígger und befestigte ihn auf der Spitze der Friedhofskirche.Und – so will es die Traminer Legende – die nächsten drei Toten im Dorf waren tatsächlich die vom Gígger im Keller ausgewählten. Seitdem hat in Tramin nie wieder ein Weinbauer den Dorfspengler vom Weg abgehalten, wenn dieser irgendein Kupferteil für die Friedhofskirche in der Hand hatte. *** |
![]() |
|