EXTRAWURSTSchokoladen-ResteOsterhasenentsorgungMan kennt das ja alles: zuerst werden die Eltern schwach und decken sich mit mittelgroßen Schokoladenhasen ein; dann kommen die Taufpaten und legen neben dem traditionellen Fochaz noch schnell irgendetwas Schokoladiges ins Nest; worauf die Großeltern, nachdem sie jahrelang unter dem strengen Schokoladen-Schenk-Verbot gelitten haben, nun endlich enthemmt losschlagen; das wiederum löst eine gewaltige Kettenreaktion bei Tanten, Onkel, Nachbarn, Vettern, bis hin zu Balkonbekanntschaften aus – mit der Folge, dass jedes Kind vor den Augen der längst entsetzten Eltern seine Ostersonntagsschokolade mit dem Schubkarren einsammeln muss. Die Eltern kämpfen zwar tapfer („Gib dem Onkel Leopold doch auch ein kleines Stückchen vom Osterhasen ...“ – „Ach lass doch“, kontert Leopold mit vorsätzlich kukidentlosem Klappergebiss, „den Kindern diese kleine Freude!“), aber Mama und Papa sind in diesen Momenten noch viel zu schwach, um die verschworene Schokoladenspenderbande wenigstens zu einem Teil-Aufessen der mitgebrachten Schokomonstren bewegen zu können. Der Schokoladeberg sollte besser in aller Ruhe in den ersten nachösterlichen Wochen abgetragen werden. Dann haben beispielsweise 2-3 Nichten Geburtstag – was liegt da näher, als sie mit Schokoladenfondue zu besuchen? Damit wären die ersten 15 Osterhasen plus 4 Schokoeier eingeschmolzen, also verräumt. Und Tante Waltraud wird an ihrem Namenstag (9. April) mit einer Schokomousse überrascht, wofür mindestens 3 Schokohasen geschlachtet werden müssen. Auch Onkel Leopold muss in die Schokolade beißen, doch doch! Immerhin geht er Ende April in Rente, das muss gefeiert werden. Wobei man aus gegebenem Anlass keine Rücksicht auf sein Gebiss nehmen will -, die weiche Käsesahnetorte wäre ihm lieber, aber man wird ihn mit einer kompakten Pischingertorte heimsuchen: zu 45 Deka flaumig gerührter Butter mengt man 45 Deka Vanillezucker, 12 erweichte Schokoladenosterhasen, 6 Eier und 40 Deka gebrannte und geriebene Haselnüsse. Diese Masse reicht für 18 Oblaten. Die gefüllten Tortenblätter werden mit Schokoladeglasur (=weitere 4 Osterhasen reichen) überzogen. Nachschlag zur letzten Woche: das famose Krapfenbuch der Edition Raetia („100 Südtiroler Krapfen. Bäuerinnen verraten ihre Rezepte“) kostet nicht 4,90 € wie irrtümlich angegeben, sondern 14,90 €, bleibt aber trotzdem ein famoses Krapfenbuch. *** |
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