Bauchträger
Wer seine TV-Sozialisation in den Endsechzigern hatte, wird sich noch an „Die seltsamen Methoden des Kriminalinspektor Wanninger“ erinnern. Mit Beppo Brehm in der Hauptrolle. Das war der, der bei einem Einsatz immer so herrlich bayrisch-grantig dreinschauen konnte. Weil er das letzte Bier so schnell hinunter stürzen, weil er sein Brezlweißwurstmitsenf-Bäuchl in den engen VW-Käfer quetschen, weil er auf das nächste Bier so lange warten musste. Die österreichische Variante eines Bauchträgers im TV wurde in jenen Jahren von Fritz Eckhardt verkörpert. Einmal als Inspektor Marek oder als Portier im Hotel Sacher. Sowohl Marek als auch der Portier ließen sich auf Gemütliches ein, auf ein Schnäpschen oder Likörchen, auf Beuschel, Wiener Melange mit drei Löffel Zucker, begleitet von austriakischen Kuchenbergen, in denen etwas monarchischer Geist weiterlebte. Im Angesicht einer Esterhazy-Schnitte konnte sich der geniale Fritz Eckhardt zum absolut in sich ruhenden Österreicher steigern, für den sogar die Geschwindigkeit der Erdumdrehung eine Bedrohung darstellte. Traurig ist hingegen die Erinnerung an Fritz Wepper -, jenem hoffnungsvollen dünnen Bürschlein aus alten „Kommissar-„ und „Derrick“-Zeiten, welches im Laufe der Serienjahre immer weniger reden durfte, sich deshalb einen Frust-Ranzen eraß und ertrank, der auch beim Telefonieren im Sitzen und noch mehr bei der Weitergabe des Hörers („Es ist für dich, Stefan ...“) für jedwede Beförderung zum TV-Chefermittler hinderlich war. Lustig wurde der Bauch eines TV-Ermittlers erst wieder durch den Bullen von Tölz. Genauer gesagt: durch die Mamma des Bullen! Ich erinnere mich an eine Episode, die ein Magerer zwar nicht verstehen wird, die aber trotzdem sehr lehrreich ist: da kam der Bulle nach Hause, setzte sich an den Mittagstisch, in freudiger Erwartung seiner Schweinsschnitzelpfanne. – „Mamma! Du do is heid wos anders drin in dera Pfann!“ – „Gei, guat is Bub!“ – „Na Mamma, nix is guad! Wos issn mit dera Pfann, verdammtnoiamoi!” – „Braten o-h-n-e Fett! A Teflon-Pfann, mei, geht die Pfann guat, olls ohne Schmolz!“ – „Pfuiteifi, Mamma, des hod jo olls koan Gschmock nit, ohne Fett. Traurig, dass ein erwachsener Mensch von seiner eigenen Mutter so vernichtet wird!“ *** |
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