Nino Manfredi!
„aaah! Vvá, portame un caffè, uno bbono! Perché se non è bbono, che piacere è?” Während uns deutsche Schauspieler als lebende Werbeflächen für Handys, Versicherungen oder Banken in Erinnerung bleiben, ging die Liebe der >commedia all’italiana< für Italien stets durch den Magen: Vittorio Gassman begeisterte sich für „Baci Perugina“, Totó für spaghetti „Voiello“, Ugo Tognazzi für „besciamella chef“, Aldo Fabbrizi für „dado Knorr“. Und Nino Manfredi eben für caffé „Lavazza“. Jeder Blick, ja, auch jeder Gedanke über diesen Tellerrand hinaus kann für einen Italiener lebensgefährlich sein. In seiner Paraderolle als einäugiges Familienoberhaupt in Roms Downtown („Brutti, sporchi e cattivi“, 1976; Regie: Ettore Scola) muss er einen Teller spaghetti auskotzen. Weil sie vergiftet sind. Weil seine Familie die eine Million L. Versicherungsprämie kassieren will. Wie ungern Manfredi diese, vorher so genüsslich verspeisten spaghetti al dente, wieder heraus würgt! Und dann erinnere ich mich noch an die tägliche, qualvolle spaghetti-Szene in Mika Kaurismäkis Film „Helsinki – Napoli. All night long“. Mit Manfredi als neapoletanischen Vater im weichnudeligen Berlin. Seine Tochter hat einen finnischen Taxifahrer. Der beklagt sich nicht über das kalte Essen spätnachts. Aber wie Manfredi in den Topf mit den stets kalten Nudeln greifen muss, tagtäglich ... in Manfredis Blick ist die geballte Depression aller Heimatfernen dieser Welt drinnen. *** |
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