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Bianca – Hoffnung der Liebe

 

Hallo, ich heiße Wolfgang, aber eigentlich ist das nebensächlich. Wichtig ist, dass ich glücklich in einer Großfamilie lebe. An jedem späteren Nachmittag gehe ich ins Wohnzimmer meiner Eltern und schalte den Apparat ab. Ich wecke Vater und Mutter kurz nach „Bianca – Wege zum Glück“ (ZDF) und bringe sie ins Bett. Oder in die Küche zum zweiten Frühstück. Seitdem es „Bianca“ gibt, ist es bei uns viel gemütlicher.

In der letzten Folge wollte Eddie sein Vorhaben nicht mehr länger aufschieben, in einem ungestörten Augenblick fragte er Bianca, ob sie seine Frau werden möchte. Sie war so überrascht, dass ihr eine Antwort sichtlich schwer fiel. Aber Eddie hatte an diesem Tag ein tolles Erlebnis: er entdeckte die Schönheit eines unscheinbaren Hunderteuroscheines, weshalb er für mindestens sechs Stunden aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Und somit war es ziemlich verständlich, dass er Bianca viel Zeit gegeben hat, damit sie eine gut überlegte Entscheidung treffen kann. „Das Leben hat so viele Schönheiten“, sagte Bianca mit einer zarten Träne im linken Auge, „man muss nur daran glauben!“

Zugegeben: Ich war anfangs nicht begeistert, dass meine Eltern den schönsten Nachmittag für „Bianca“ opfern. Einerseits ist es schon etwas Besonderes, diese Geschichte um die Liebe. Aber andererseits ist selten ist auf einem Gebiet so viel gesündigt worden, wie auf dem sexuellen. Ich hatte Angst, dass meine Eltern nach über 59 Jahren harmonischer Ehe plötzlich Fragen über die sexuelle Aufklärung stellen könnten. Nur mein großes Verantwortungsgefühl gegenüber meinen Eltern brachte mich dazu, mir ein paar „Bianca“-Folgen anzuschauen. Schon bald waren meine ursprünglichen Bedenken verschwunden. Eine neue Welt tat sich mir auf und ich erkannte, dass die Liebe, wie sie bei „Bianca“ gezeigt wird, sehr tragisch ist und doch auch sehr schön. So können beispielsweise auch meine Eltern sehen, wie andere Menschen in weit schlimmeren Lagen mit ihrem Schicksal fertig werden.

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