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Gassi Gassi

 

Betrachtet man Bozen aus der Hundeperspektive, dann lässt sich ohne weiteres sagen, dass unsere Hauptstadt ziemlich nahe bei Wien liegt. Wir haben die Beagles und die Wiener haben alle Hunde lieb. Die lieben Vierbeiner dürfen zwar nicht in jedes Restaurant gehen, aber in den Medien beider Städte sind sie auf jeden Fall öfter drinnen als beispielsweise asiatische Abspüler. Manche dieser Abspüler haben es ja mit viel Fleiß bis zum Kleinrestaurantbesitzer gebracht, in denen sie alle Leckereien ihrer fernen Heimat anbieten dürfen. Nur eines nicht ..., Sie ahnen es schon: Hundegerichte. Das gäbe einen gesamtabendländischen Aufschrei, da wär die Belagerung der Türken vor Wien nix dagegen. Ich hingegen würde gerne in ein Berner Sennhund-Kotelett beißen, denn da muss man keine Angst haben wie beim Rindviech. Da bekommt man ja einen lückenlosen Stammbaum. Dazu kommt noch die garantierte Freilandhaltung, die bisweilen libidinöse Fellpflege, sowie die ausgefallene Kost. Aber gut, lassen wir das.

Bozen und Wien haben noch etwas Gemeinsames: Pendler (Burgenlandler, Sarner, Unterlandler, Waldviertler etc. etc.), die sehr unter der Arroganz der hauptstädtischen Zweibeiner leiden, wünschen sich manchmal, dass Bozen und Wien >zuagschissn< gehörten. Dieses Problem erledigt sich mehr und mehr von selbst, will sagen: das erledigen die Hunde in diesen Städten. Zum Glück sind viele Hundebesitzer davon überzeugt, dass Hunde-Gagga und –Pipí auf Gehwegen und Plätzen durch die Hundesteuer abgegolten sind. Erst vor einer Woche hatte Wiens Altbürgermeister Helmut Zilk im ORF mit dem Eingeständnis eines "Totalversagens" während seiner Zeit als Bürgermeister von Wien aufhorchen lassen. Es sei ihm in all den Jahren nicht gelungen, das Problem des Hundekots auf den Straßen zu lösen, bekannte Zilk. Als Vision nannte der ehemalige Politiker "ein Wien mit erzogenen Hunden". Kommentar des hundegaggageschädigten Reporters: „Blickt man auf die Wiener Gehsteige, so ist die Bundeshauptstadt von dieser Vision noch zahllose Hundstrümmerln weit entfernt.“

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