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Rettet das Beiznerische!

 

Mögen Sie den Bozner Obstmarkt? – Ich sehr. Ein gutes Dutzend Mal im Jahr suche ich diesen Platz auf. Er zieht mich irgendwie magisch an, wie eine Kultstätte aus der Jungsteinzeit. Die farbenfrohen Standln mit den Orangen-, Bananen- und Apfel-Pyramiden, mit den Käsetürmen, den Wurstbergen und den Kastanienbergen sind mir ein Augenschmaus.

Mein Ohrenschmaus beginnt, wenn aus Bozen-Dorf, aus der Medici-, der Runkelsteinstraße, aus dem Oswaldweg usw. usw. langsam die standhaften Altbozner herein tröpfeln. Stehe ich in einer Warteschlange vor ihnen, dann überlasse ich ihnen gerne den Vortritt -, damit ich sie reden höre! Oh, wie liebe ich diese Kunstsprache, dieses „Also weisch, diese Wintersalate sind immer a bissl bitter. Die musch a Zeitl ins Wassr tun, dann sinds angenehmer.“ Oder: „Tun’S ruhig noch a paar mehr von den Kaschtanien ins Sackele hinein.“ Oder: „Habn`S noch von dem weichn, mildn Gorgonzooola? Weil der letzte hot doch aso an schtorken Duft ghabt.“ Keine andere kleine Südtiroler Sprachgemeinde dehnt und säuselt die Worte so majestätisch wie die Altbozner. Nicht einmal die singenden Obervinschger, weil die bei den Kkkonsonannten immer so brutal tun.

Wenn hingegen die Altbozner original beiznerisch reden, dann wird man immer an weichn, mildn Gorgonzooola erinnert. Schade, dass das Fernsehen so wenig für das Beiznerische tut. Sicher, wir haben die Romen Krista im Sender Bozen. Das ist reifes Altbozen, wie Gorgonzola al Mascarpone kurz vor dem Zerfließen. Bei ihr fühlt man sich wie auf dem Bozner Obstmarkt an einem windstillen Herbsttag. Hingegen hat der Unterlandler Markus Perwanger bei seinem Marsch durch die Institutionen alles gelernt -, nur das Beiznerische immer noch nicht. Schade. Und von der Eisacktalerin sowie dem Puschtrer von „Südtirol heute“ kann sich Altbozen eh keine Schützenhilfe erwarten. Hilfe, man muss schnellstens etwas tun, man könnte Frick, die Ebner, Rizzolli-Vater und –Sohn serienweise interviewen – die beherrschen sogar das nablige Beiznerisch.

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