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Wossr-Schtírgger

 

Die gute Nachricht der vergangenen Woche lautet: man muss in Sinich nicht einmal 3000 Meter tief bohren, um auf lauwarmes Wasser zu stoßen. Die schlechte Nachricht muss leider auch überbracht werden: ein für das feierliche Ereignis dahergelaufener magerer Landesrat wie der Laimer Michl plus ein paar Landestechniker konnten bei der Pressekonferenz in der Sekunde mehr Sekt trinken, als Tiefbrunnenwasser aus dem Bohrloch plätscherte. (Böswillige Gerüchte behaupten sogar, dass es für die Dauer besagter Pressekonferenz in einer Warmwasserleitung eines nahegelegenen Sinicher Kondominiums einen ärgerlichen Druckabfall gegeben haben soll.)

Der effektive Wasserlandesrat Michl Laimer kann einem schon Leid tun: ungefähr vor einem Jahr wurde er – als vom Sinicher Bohrloch nur Lettn und Lettn und Lettn hervorblubberte -, da wurde er vom Oppositionellen Andreas Pöder angestänkert, dass da wohl nie richtiges und vieles und auch heißes Wasser herauszischen würde. >Der Andreas Pöder soll sich nur nicht<, konterte Laimer damals forsch, solle sich am Ende der Bohrungen >nur nicht zu nahe ans Wasser wagen, sonst wird er sich die Finger verbrennen!< Aber jetzt kommen aus den Sinicher Untiefen gerade einmal 30 Grad temperierte Wasserlen. Da gewinnt der Pöder jetzt jeden Prozess, wenn er den Laimer einen Lauwarmwasser-Landesrat nennt.

Der Laimer kann einem noch einmal Leid tun, denn der Sender Bozen hat ihm in der „Tagesschau“ mit dem Turk einen Tuck angetan: erstens ist der Turk der langsamste „Tagesschau“-Sprecher, zweitens hat er in seinem Bericht immer wieder betont, wie langsam das Wasser aus dem Bohrloch kommt – und dann der Kontrast zwischen dieser doppelten Langsamkeit und dem zügigen Sekt-Schluck Laimers. Sehr grausam. Einerseits haben wir für Laimers Sinicher Wasserspiele bis dato 4,9 Millionen €uro quasi als Eintrittsgeld bezahlt. Andererseits wird noch weiter gebohrt bzw. besser abgedichtet. Da werden wir sicher noch einmal um 3-4 Mio. € gemolken werden. Am Ende soll das Wässerchen enorme Heilkraft aufweisen. Aber wäre es da nicht lustiger geschweige denn billiger, wenn wir Meraner Kurgästen für 3-4 Mio. € zwecks Hautpflege Eselsmilch kostenlos überlassen würden?

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