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„Ich muss in die Höh’!“

 

Ach ja, der gute alte Toni Sailer! Lang, lang ist’s her – Cortina 1956, da hat der Toni aus Kitzbühl alle drei olympischen Goldenen beim Skifahren geholt. Unsere Eltern bzw. Großeltern schwärmen immer noch davon. Wir waren damals ja noch nicht geboren, aber ein bisschen später, in den 60er Jahren, haben wir den feschen Toni dann auf der Leinwand bzw. im Fernsehen bewundern können. Denn der Toni hat – 30 Jahre nach unserem Luis Trenker – als herzensbrechender Skifahrer und Tuttofare-im-Schnee Filmkarriere gemacht. >Immer, wenn es schneit/schneit/schneit<, hat der Toni gesungen, >hab ich keine Zeit/Zeit/Zeit – für ein Rendezvous/-vous/-vous. Ich muss in die Höh’/Höh`/Höh’ – in den tiefen Schnee/Schnee/Schnee – i-himmer, wenn es schnei-ei-eit!< In der Evolution der Skilehrer vom eisigen Gletscherspaltenblick eines Trenker bis hin zum Kastratenfalsett eines Hansi Hinterseer war Toni Sailer so eine Art Mittelding: er konnte zwar bereits küssen wie eine gesengte Sau, aber am Filmende war er dann doch stets ein ganz braver Schwiegersohntyp. Natürlich haben die Südtiroler Skilehrer der Toni-Sailer-Generation von Toni Sailers Filmaufrissen enorm profitiert, denn sie konnten am Púdl immer auf Toni Sailer spielen. So wie sie heute auf Hansi Hinterseer spielen können: >... und sunsch? ... geahts guat, ha?< - das ist, wie beim Schach die Bauerneröffnung, über Jahrzehnte der klassischste Skilehrerauftaktsatz geblieben. Zehntausende Herzen wurden hinterher auf Südtirols Skipisten erobert, gebrochen, wieder gekittet. Niemand kennt die Dunkelziffer von unseren Landsleuten, die auf Almhütten neben der Skipiste gezeugt wurden. Und jetzt schenkt der österreichische Privatsender ATV+ den Österreichern und auch uns eine ganze Serie: „Die Skilehrer“! In der ersten Folge, die am kommenden Sonntag nochmals ausgestrahlt wird, sieht man 240 Westfalen, die in Serfaus/Tirol einfallen. Singend, lachend, trinkend. So eine Art Mallorca-Ballermann im Schnee. Ein bisschen Maso, ein bisschen Sado: wer die deutschen Skianfängler nicht besonders nett findet, der bekommt immerhin auch ihre Unfälle ins TV-Zimmer geliefert. >In Ischgl<, heißt es in einer ATV+-Mitteilung, >arbeitet die Pistenrettung rund um die Uhr.<

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